Coronavirus, was ist das eigentlich?

Eigentlich ist es harmlos, das Coronavirus. In seltenen Fällen verursacht es ein bisschen Schnupfen oder Durchfall. Doch es gibt sie leider auch – die unglücklichen Ausnahmen –, nämlich die Katzen, bei denen das Coronavirus FIP auslöst. Rund 50 % der Katzen sind im Laufe ihres Lebens mit dem Virus in Berührung gekommen. Ein Ansteckungs-Risiko für Freigänger besteht daher immer.

Wenn eine gesunde Katze mit dem Coronavirus infiziert wird, reagiert ihr Immunsystem mit Antikörpern gegen das Virus. Die Infektion wird erfolgreich bekämpft. Diese Antikörper sind im Blut (Antikörper-Titer) nachweisbar. Wenn das Coronavirus zum FIP-Virus mutiert, kann dieses veränderte Virus die Fresszellen der Immunabwehr infizieren und gelangt auf diesem Weg über das Blut überall in den Körper der Katze. Je nach Stärke des Immunsystems kommt es gleich, gar nicht oder einige Zeit später zum Ausbruch von FIP.

Kommt es zum Ausbruch der Krankheit, gibt es eine milde und eine schwere Form. Die milde Form nennt sich "Feliner enteraler Coronavirus" (FECV), die schwere Form "Feline Infektiöse Peritonitis" (FIP), zu Deutsch "ansteckende Bauchfellentzündung". Es handelt sich dabei um dieselben Coronaviren, aber im Fall von FIP mutieren die Erreger zu einer aggressiven Form, die leider für gewöhnlich tödlich endet. Zum Glück passiert das aber nicht so oft. Nur zehn Prozent der Katzen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, bekommen FIP. Das heißt, bei 90 Prozent der infizierten Tiere kommt es entweder zu keinerlei oder vorübergehenden, milden Beschwerden.

Katzen, die das Feline Coronavirus in sich tragen, scheiden den Erreger mit dem Kot aus – auch wenn sie keine Symptome einer Erkrankung zeigen. Über Nase und Mund können sich andere Katzen dann anstecken, zum Beispiel, wenn die Tiere an infiziertem Kot schnuppern oder durch ein gemeinsam genutztes Katzenklo damit in Kontakt kommen. Kätzchen können sich außerdem durch den engen Kontakt bei ihrer Mutter anstecken, wenn diese das Virus in sich trägt. Die Gefahr einer Übertragung steigt, wenn viele Katzen auf engem Raum miteinander leben und die hygienischen Bedingungen schlecht sind.

Wenn bei einer Katze die Coronaviren zu FIP-Viren mutiert sind, bedeutet das nicht, dass die betroffene Katze sofort an FIP erkranken wird. Da sie ja vorher schon mit dem Coronavirus infiziert war, kann ihr Immunsystem die Antikörper bereitstellen, um das mutierte FIP-Virus in Schach zu halten. Es gibt Theorien, dass eine gesunde Katze mit einem stressfreien und artgerechten Leben noch jahrelang gesund bleiben kann oder FIP sogar niemals ausbrechen muss.

Anders sieht es dagegen bei jungen, alten, gestressten oder kranken Katzen aus. Ihr Immunsystem ist entweder noch nicht voll ausgeprägt oder durch Krankheit, Stress oder Alter geschwächt. Stressauslöser können Revierwechsel, Probleme mit anderen Katze oder dem Menschen, Tierarztbesuche und noch einiges mehr sein. Die Folge ist eine erhöhte Produktion der FIP-Viren, die sich im ganzen Körper ausbreiten.

Bei betroffenen Katzen sollte im Zusammenhang mit der Krankheit vor allen Dingen auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Es sollte versucht werden, das Immunsystem zu pflegen und eine Katze so artgerecht wie möglich zu halten.

Im Tierheim Wipperfürth leben 4 Corona-Katzen in einem Außengehege. Diesen Katzen geht es gesundheitlich sehr gut. Sie haben Lebensfreude und den Wunsch nach einem schönen, ruhigen zu Hause in dem sie so geliebt werden wie sie sind.

Bei Rückfragen zu diesem Thema stehen Ihnen unsere Mitarbeiter gerne zur Verfügung.


 

 

 

Cuniculi bei Kaninchen

Hinter dem Namen „Cuniculi“ steckt ein Erreger, der bei Kaninchen recht häufig zu Erkrankungen führt. Typische Symptome betreffen vor allem gut durchblutete Organe, vorwiegend das Zentrale Nervensystem (Kopfschiefhaltung, Lähmungen, Rollen, Kreislaufen, unkontrollierte Augenbewegungen, Inkontinenz), die Augen (Katarakt, Uveitis…) und die Nieren. Auch das Herz, die Verdauungsorgane, die Lunge und die Leber können betroffen sein.

 

 

Wie viele Kaninchen haben den Erreger?

Etwa 18-40% der gesunden Hauskaninchen in Deutschland tragen den Erreger in sich. Diese Tiere sind latent infiziert, d.h. der Erreger bzw. Antikörper gegen den Erreger sind nachweisbar, die Tiere haben meistens jedoch keinerlei Symptome und sind größtenteils „gesund“. Unter gesunden Kaninchen ist die Durchseuchungsrate allerdings niedriger, eine Studie aus Bayern zeigt, dass 18% der Kaninchen infiziert sind. In Studien, bei denen sowohl kranke, als auch gesunde Kaninchen herangezogen wurden, war die Durchseuchungsrate niedriger (35-40%) als unter erkrankten Tieren (48-56%).
In vielen Zuchten gelang es durch gezielte Zucht-Auslese eine Durchseuchungsrate von unter 10% zu realisieren. Da E. Cuniculi bereits im Mutterleib übertragen werden kann, ist eine Testung der Elterntiere wichtig. Auch in der Versuchskaninchenzucht wurde so die Rate auf unter 10% reduziert.
Eine Studie von Meyer-Breckwoldt (1996) zeigt, dass Wildkaninchen in Deutschland nicht von E. Cuniculi betroffen sind.

 

 

Auslöser

Kaninchen mit einem normalen Immunsystem halten den Erreger so gut unter Kontrolle, dass er keine klinischen Symptome verursacht. Sollte jedoch eine Immunschwäche auftreten, kann sich der Erreger stark vermehren und es kommt zu Krankheitszeichen. Besonders gefährdet sind Kaninchen in Stresssituationen (Vergesellschaftungen, Verlust des Artgenossen, Unwetter, Einzelhaltung oder schlechte Haltungsbedingungen…), wenn sie andere Erkrankungen haben oder bei der Verabreichung von Cortison. Dann kann es passieren, dass kurz danach oder erst Tage später, der Erreger sich vermehrt und durch Schäden im Zentralen Nervensystem oder an den Organen, Symptome verursacht. Auch alte Kaninchen sind statistisch stärker gefährdet als junge.
 

 

Übertragungswege

Hauptsächlich wird E. Cuniculi über den Urin übertragen. Infizierte Kaninchen scheiden immer wieder Sporen aus, auch wenn sie klinisch gesund sind. Auch andere Tiere sind als Überträger denkbar, z.B. Meerschweinchen.
Durch Fellpflege und durch Urin verunreinigtes Futter nehmen die Kaninchen Sporen auf, die über den Darm das Kaninchen infizieren. Dadurch können sie sich zum Beispiel immer wieder neu infizieren, was den Befall verstärken kann. Ebenso ist eine Ansteckung im Mutterleib über die Plazenta möglich, oder auch durch die Einatmung von infizierten Tröpfchen oder Staubpartikeln. Die Übertragung mittels Kot ist umstritten. Einmal infizierte Kaninchen tragen den Erreger lebenslang in sich.

 

 

Ist E. Cuniculi ansteckend für die anderen Kaninchen?

Der Großteil aller Artgenossen von erkrankten Tieren trägt bereits den Erreger in sich, da er sich irgendwann angesteckt hat. Deshalb gelten ungetestete Artgenossen zunächst grundsätzlich als Träger. Die Ansteckungsgefahr ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht größer als die Jahre zuvor. Eine Trennung ist deshalb sinnfrei. Zudem braucht das kranke Kaninchen unbedingt seine Sozialpartner um gesund zu werden. Eine Separierung wird deshalb keinesfalls empfohlen. Einzige Ausnahme: Das erkrankte Kaninchen wird massiv gemobbt oder verletzt, so dass man noch einmal abwägen muss, ob der Stress durch den Partnerverlust geringer ist, als der Stress durch die Streitereien.

 

Quelle: https://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/infektionskrankheiten/e-cuniculi/